Rudi Pawelka erzählt vom Leben in Breslau, von Flucht und Neuanfang in Westdeutschland ... 

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 Rundschreiben Nr. 3-2021 vom 19. Juli 2021


Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Landsleute!


Die Beschränkungen durch die Corona-Pandemie wurden in letzter Zeit zunehmend gelockert, so dass wir auch bald zunächst verschobene Veranstaltungen nachholen können. Diese sind: die Würdigung des Literaturnobelpreisträgers Gerhart Hauptmann anlässlich seines 75. Todestages und das Gedenken an die Volksabstimmung in Oberschlesien vor 100 Jahren. Die Termine werden wir Ihnen in Kürze mitteilen.


Vertriebenengedenktag am 20. Juni auf Schloss Burg

Über dieses von der Politik viel beachtetes Gedenken, bitte ich Sie, alles Wissenswerte aus dem beiliegenden Bericht zu entnehmen.

(Kränze des Landes NRW und des BdV Landesverbandes, Foto: BdV LV NRW)


Künftiges Nutzungskonzept für den Batterieturm auf Schloss Burg

Aufgrund unserer Informationen bezüglich der Renovierung des Turms und der Vervollständigung seiner technischen Einrichtungen, haben wir das von dem Ministerium für Kultur und Wissenschaft, dem Ministerium für Heimat, Kommunales, Bau und Gleichstellung und den drei Eignern der Schlossanlage, den Städten Solingen, Remscheid und Wuppertal erbetene Nutzungskonzept erstellt und ihnen zugeleitet. Hiermit wird dokumentiert, wie notwendig eine Renovierung des Inneren ist. Der Landesvorstand hofft auf eine Umsetzung unserer Forderung, damit wir den Batterieturm als Informationsstätte für die Öffentlichkeit zugänglich machen können.

Schon jetzt werden wir dieses Bauwerk natürlich weiter nutzen wie bisher, allerdings mit allen Beschränkungen.


(Innenansicht des Batterieturmes auf Schloss Burg/Solingen, Foto: BdV LV NRW)


Dokumentationszentrum Flucht, Vertreibung, Versöhnung am 21. Juni 2021 in Berlin durch Kanzlerin Merkel eröffnet

Bereits vor 20 Jahren hatten Erika Steinbach (CDU) und Peter Glotz (SPD) die Stiftung „Zentrum gegen Vertreibungen“ gegründet. Das politisch sehr umstrittene Projekt wurde 2008 durch Bundestagsbeschluss mit neuem Namen als Bundesstiftung aufgenommen. Die Dauerausstellung ist jetzt nach größeren Umbauten im früheren Deutschlandhaus in der Stresemannstraße untergebracht. Eine Besichtigung ist kostenfrei. Sobald wir das Projekt besuchen können, werden wir über den Inhalt berichten.


Lesung im Gerhart-Hauptmann-Haus „Zerrissene Leben“

Wiederholt hat sich die in Wangen/Allgäu ansässige Schriftstellerin Bruni Adler mit Schicksalen von Menschen in Büchern auseinandergesetzt, die durch den Krieg geprägt waren. In Ihrem Buch „Zerrissene Leben“ lässt sie 21 Menschen (Russen, Ukrainer, Deutsche) zu Wort kommen, deren Leben sich durch den Krieg grundlegend verändert hat. In den ausgewählten Textpassagen gelang es ihr vorzüglich, die Denkweise der Betroffenen über die Nationen hinweg nachhaltig zu vermitteln und somit Verständnis zu erwecken. Der renommierte Osteuropa-Historiker der Berliner Humboldt-Universität, Jörg Baberowski, schrieb über Bruni Adler, dass sie in ihrem Buch eindrucksvoll die Stereotypen von Tätern, Opfern, Helden und Verrätern verblassen lasse.


(Der Landesvorsitzende des BdV Landesverbandes NRW, Rudi Pawelka und Autorin, Bruni Adler, Foto: BdV LV NRW)


Bruni Adler ist 1952 in Annaberg (Erzgebirge) geboren und 1958 mit ihren Eltern in die Bundesrepublik geflohen. Ihre Mutter stammt aus Schlesien, ihr Vater aus Sachsen und war Begründer der Kaufhauskette „Adler“.


Kampf um Zweisprachigkeit

In einem Rundschreiben war bereits berichtet worden, dass Anträge auf zweisprachige Ortsschilder im polnischen Innenministerium seit längerem verzögert werden obwohl die polnische Rechtslage eine Zulassung gebietet. Nunmehr gab es durch die Polnische Staatsbahn eine Entscheidung zugunsten der deutschen Minderheit. Ausgelöst hatte den Konflikt Janusz Kowalski, Abgeordneter der Partei „Solidarisches Polen und ehemaliger stellvertretender Minister, der in einer Intervention an den Minister für Infrastruktur die Entfernung von zusätzlichen (deutschen) Ortsnamen an Bahnhöfen für illegal erklärte, und sie deshalb entfernt werden müssten. Inzwischen hatte die Staatsbahn ihre Richtlinien aber geändert, was zu der Abweisung der Petition führte. Nicht nur der betroffene Bahnhof von Chronstau (Chrzastowice) kann jetzt auf die Zweisprachigkeit pochen, sondern auch eine Reihe weiterer Gemeinden, die die Voraussetzungen erfüllen.


Streit um Gedenken über die Auseinandersetzungen in Oberschlesien 1921

Ein Beispiel für ein einseitiges Gedenken an 1921 lieferte im April der Stadtrat von Gleiwitz. In einem Beschluss heißt es am Ende „Zum 100. Jahrestag des 3. Schlesischen Aufstandes muss an den Patriotismus, das Heldentum und die Aufopferung der Aufständischen erinnert werden; die für die Eingliederung Oberschlesiens und Gleiwitz zum wiederauflebenden Polen nach dessen über ein Jahrhundert dauernden Sklaverei gekämpft haben“. Die einzige Gegenstimme kann von Agnieszka Filipkowska, die sich in einer Erklärung für ein Gedenken beider Seiten plädierte, sowohl für die polnischen Kämpfer als auch für diejenigen, die die deutsche Option gewählt hatten.

Der Verband deutscher Gesellschaften in Polen hatte bereits 2019 in einer Resolution dazu aufgerufen. Zu bedauern ist vor allem, dass das „Aufständischen Denkmal“ auf dem Annaberg nach wie vor Deutsche zeigt, die eine Frau mit einem Gewehrkolben traktieren, während polnische Aufständische mit Gerätschaften der Bauern abgebildet werden, aber nicht mit den schweren Waffen aus Polen.


Gedenktafel in Oberglogau vom Stadtrat abgelehnt

Anders als in Gleiwitz wurde ein Antrag des Bürgermeisters Pitor Bujak verworfenen, der eine Gedenktafel an einem Denkmal vorsah. Auf der Tafel sollte das Gedenken an die polnischen Patrioten zum 100. Jahrestag des Dritten Schlesischen Aufstandes erinnert. Die Ablehnung erfolgte mit Mehrheit. Als wichtigster Grund hier war die Einseitigkeit des Gedenkens, die alte Ressentiments schüren wollte, so verlautete aus dem Stadtrat.


Ich hoffe, dass Sie weiter gesund bleiben und grüße Sie herzlich

Schlesien Glückauf!

Rudi Pawelka

Landesvorsitzender 




 

 




 


In der  "Deutsche Umschau"  -  der Zeitung des Bundes der Vertriebenen, Landesverband Nordrhein-Westfalen e.V., schreibt 

Rudi Pawelka über die Geschehnisse in Oberschlesien von 1919-1921 folgende Abhandlung.




- Tag der Schlesischen Kultur am 26.10.2019 -

Veranstalter: Landsmannschaft Schlesien, Landesgruppe NRW, im Gerhard-Hauptmann-Haus in Düsseldorf





 

- Leben und Werk von Käthe Kruse im Mittelpunkt -

 

Es waren 2,5 Stunden guter Unterhaltung und Besinnlichkeit für die Besucher, die nach Düsseldorf in den Eichendorff-Saal des Gerhart-Hauptmann-Hauses gekommen waren. Mit Spannung erwarteten die Anwesenden in dem gut gefüllten großen Raum mehr über die weltberühmte schlesische Puppenmacherin zu erfahren, die 1883 in Dambrau, Landkreis Falkenberg O.S., als Katharina Johanna Gertrud Simon geboren wurde.

Thomas Heitele, Direktor des Stadtmuseums Donauwörth mit der Abteilung „Käthe Kruse“, wusste mit seinem Lichtbildvortrag die Leute zu fesseln und interessante Einblicke über Lebensweg und Wirken dieser bedeutenden Frau zu vermitteln. Er skizzierte ein Leben, das auch viele Schicksalsschläge und Anfeindungen mit sich brachte. Dies führte auch dazu, dass sie getrennt von ihrem Ehemann, dem bedeutenden Bildhauer Max Kruse aus Berlin, Jahre in Italien mit ihren Kindern verbrachte.

Dass sie dennoch in brillanter Weise schöpferisch für ihre Puppenmodelle tätig war, legt Zeugnis ab von ihrer Energie und ihrem Fleiß, die sie auch zu einer der erfolgreichsten Unternehmerinnen werden ließen.

Die Familie zog 1912 von Berlin nach Bad Kösen im heutigen Sachsen-Anhalt, wo die bald weltberühmten Puppen in Handarbeit gefertigt wurden. Nach dem 2. Weltkrieg wurde ihre Manufaktur zu einem "Volkseigenen Betrieb" umgewandelt, und sie verlegte in die Bundesrepublik nach Bad Pyrmont und Donauwörth.

Landesvorsitzender Rudi Pawelka hatte die Bedeutung von Käthe Kruse in seiner Begrüßung hervorgehoben, indem er darauf hinwies, dass Millionen Kinder in aller Welt mit ihren Puppen aufwuchsen.


Das Rahmenprogramm stand ebenso auf hohem Niveau. Klassische Musik mit jugendlichen Interpreten aus der Düsseldorfer Talentschmiede „Kintop“ verstanden es, Musik auf hohem Niveau zu präsentieren und gaben damit dem Programm einen festlichen Rahmen.







Das schlesische Gefühl bedienten Mundartsprecherin Dorothea Weniger und die mit ihr angereiste Tanz- und Trachtengruppe „Der Fröhliche Kreis“, wie immer bestechend durch ihre Präzision.







Für einen gefühlvollen Ausklang sorgte der Bläserchor „Bergleute aus Ost und West“ durch schlesisches Liedgut zum Mitsingen.









Landesvorsitzender Rudi Pawelka dankte seinem Stellvertreter Hans-Peter Mann für die Organisation des Programms, der auch als Moderator durch die Veranstaltung führte.

Der Kulturelle Schlesiertag ist seit 2011 zu einem Markenzeichen der Landsmannschaft Schlesien in NRW geworden und wird in jedem Fall auch in den folgenden Jahren stattfinden.


(Siehe auch Rundschreiben Nr. 4 - 2019 hier auf dieser Hompage oben)


Rudi Pawelka 

Landesvorsitzender